Risikoprüfung · Berufsunfähigkeit

BU mit Vorerkrankungen: was jetzt möglich ist

Die Gesundheitsfragen entscheiden darüber, ob du einen Vertrag bekommst und zu welchen Bedingungen. Eine Vorerkrankung bedeutet nicht automatisch eine Ablehnung – sie bedeutet, dass die Reihenfolge wichtig wird.

Hier steht, was Versicherer bewerten, welche vier Ergebnisse es gibt und warum die anonyme Voranfrage vor dem Antrag kommt, nicht danach.

Arztunterlagen mit Befunden und Notizblock auf einem hellen Tisch
Kurz gefasst
Vier Ergebnisse sind möglich: Annahme zu normalen Bedingungen, Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung.
Bewertet wird nicht die Diagnose allein, sondern Verlauf, Behandlung, Dauer der Beschwerdefreiheit und dein Beruf.
Die Reihenfolge ist entscheidend: erst anonyme Voranfrage, dann Antrag. Ein abgelehnter Antrag wird gespeichert.
Angaben müssen vollständig sein. Fehlende Angaben können den Vertrag noch Jahre später kosten.

Warum die Diagnose allein nichts sagt

Versicherer prüfen nicht, ob du krank warst, sondern wie wahrscheinlich es ist, dass du wegen dieser Vorgeschichte berufsunfähig wirst. Dieselbe Diagnose führt deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen, je nachdem wie der Verlauf war und was du arbeitest.

Ein einmaliger Bandscheibenvorfall mit vollständiger Ausheilung und jahrelanger Beschwerdefreiheit wird anders bewertet als wiederkehrende Rückenschmerzen mit laufender Physiotherapie. Und beides wird bei einer Dachdeckerin anders bewertet als bei einem Softwareentwickler, weil der Rücken im einen Beruf täglich belastet wird und im anderen nicht.

Deshalb lässt sich vorab nie sagen, was dich erwartet. Es lässt sich aber herausfinden – anonym, bevor irgendwo ein Antrag liegt.

Die vier möglichen Ergebnisse

Jede Rückmeldung eines Versicherers endet in einer dieser vier Kategorien.

Ergebnis 1
Annahme zu normalen Bedingungen

Der Versicherer sieht kein erhöhtes Risiko. Du zahlst den regulären Beitrag, es gibt keine Einschränkung im Leistungsumfang.

Ergebnis 2
Risikozuschlag

Alles ist versichert, aber der Beitrag steigt. Üblich bei Vorgeschichten, die ein erhöhtes, aber kalkulierbares Risiko bedeuten.

Ergebnis 3
Leistungsausschluss

Eine bestimmte Ursache bleibt unversichert, der Beitrag bleibt normal. Wird die Berufsunfähigkeit durch diese Ursache verursacht, zahlt der Versicherer nicht.

Ergebnis 4
Ablehnung oder Zurückstellung

Der Versicherer nimmt den Antrag nicht an oder verschiebt die Entscheidung, etwa bis eine Behandlung abgeschlossen ist oder eine Frist der Beschwerdefreiheit erreicht ist.

Zuschlag oder Ausschluss – was ist besser?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt an deinem Beruf. Ein Ausschluss für Erkrankungen der Wirbelsäule ist für einen Bürojob weniger folgenreich als für einen Beruf, in dem der Rücken die Hauptbelastung ist. Umgekehrt kann ein Zuschlag über dreißig Jahre Laufzeit teurer sein als gedacht.

Wir rechnen beide Wege durch und ordnen sie in dein Berufsbild ein. Am Ende entscheidest du, aber du entscheidest mit Zahlen und nicht mit Bauchgefühl.

Bekommst du mehrere Rückmeldungen, wird die Auswahl breiter: nicht selten bietet ein Versicherer eine Annahme mit Zuschlag, während ein anderer denselben Sachverhalt ausschließt oder ganz ablehnt.

So gehen wir vor

Die Reihenfolge ist kein Formalismus. Sie schützt dich davor, dass ein einzelnes Nein deinen weiteren Weg blockiert.

1
Bestandsaufnahme deiner Vorgeschichte

Wir sammeln, was tatsächlich dokumentiert ist: Auskunft der Krankenkasse, Befunde, Arztberichte. Erinnerung allein reicht nicht, weil Versicherer im Leistungsfall in die Unterlagen sehen.

2
Anonymisierte Voranfrage bei mehreren Versicherern

Wir schildern den Sachverhalt ohne deinen Namen. Die Antworten sind unverbindliche Einschätzungen, aber sie zeigen die Spannweite zwischen den Gesellschaften.

3
Auswertung und Auswahl

Wir stellen die Rückmeldungen nebeneinander: Bedingungen, Zuschläge, Ausschlüsse, Beitrag. Erst dann fällt die Entscheidung, wo der Antrag gestellt wird.

4
Antrag mit vollständigen Angaben

Der Antrag geht nur an den Versicherer, dessen Rückmeldung passt. Vor dem Versand prüfen wir die Angaben gegen die Unterlagen, damit im Leistungsfall keine Lücke auftaucht.

Warum nicht einfach einen Antrag stellen

Anträge und ihre Ergebnisse werden im Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft gespeichert. Eine Ablehnung ist damit für andere Versicherer sichtbar und erschwert den nächsten Versuch. Die anonyme Voranfrage vermeidet das, weil sie ohne Namen läuft und keinen Antrag darstellt.

Was bei den häufigen Themen zählt

Bei Rücken- und Gelenkbeschwerden interessiert vor allem, ob eine Ursache gefunden wurde, wie behandelt wurde und wie lange du beschwerdefrei bist. Bei psychischen Behandlungen kommt es darauf an, ob es eine abgeschlossene Episode mit klarem Auslöser war oder eine wiederkehrende Belastung, und wie lange die letzte Behandlung zurückliegt.

Allergien, Asthma und Hauterkrankungen werden oft milder bewertet als erwartet, solange die Behandlung stabil läuft. Operationen sind häufig unproblematisch, wenn sie abgeschlossen und folgenlos sind. Medikamente hingegen werden genau angesehen, weil sie auf einen laufenden Behandlungsbedarf hinweisen.

Das sind Tendenzen, keine Zusagen. Verbindlich wird es erst mit der Rückmeldung eines Versicherers zu deinem Sachverhalt.

Voranfrage · kostenfrei und anonym

Klären wir es, bevor irgendwo ein Antrag liegt

Sag uns, was in deiner Vorgeschichte steht. Wir fragen anonym bei mehreren Versicherern an und legen dir die Antworten nebeneinander. Erst danach entscheidest du, ob und wo ein Antrag gestellt wird.

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Fragen und Antworten

Muss ich jeden Arztbesuch angeben?

Gefragt ist, was im Fragebogen steht – meist Behandlungen, Beschwerden und Diagnosen innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Was genau abgefragt wird und für welche Jahre, steht im Antrag des jeweiligen Versicherers. Im Zweifel gilt: nachsehen statt schätzen.

Was passiert, wenn ich etwas vergesse?

Eine unvollständige Angabe kann den Versicherer später berechtigen, den Vertrag anzupassen, zu kündigen oder die Leistung zu verweigern. Die Rechtsfolgen richten sich nach § 19 VVG und hängen davon ab, ob die Angabe vorsätzlich, grob fahrlässig oder einfach fahrlässig fehlte. Deshalb arbeiten wir vor dem Antrag mit Auskünften aus Kassen- und Arztunterlagen.

Bekomme ich mit Rückenproblemen überhaupt eine BU?

Das kommt auf Diagnose, Verlauf, Behandlung und Beschwerdefreiheit an. Manche Versicherer nehmen an, andere schließen den Bereich aus, manche lehnen ab. Genau diese Spannweite macht die anonyme Voranfrage sinnvoll.

Was ist ein Ausschluss und was ein Zuschlag?

Bei einem Ausschluss bleibt eine bestimmte Ursache unversichert, der Beitrag bleibt normal. Bei einem Zuschlag ist alles versichert, aber der Beitrag steigt. Welcher Weg besser ist, hängt davon ab, wie wahrscheinlich die ausgeschlossene Ursache in deinem Beruf zur Berufsunfähigkeit führt.

Wie lange dauert eine Risikovoranfrage?

Das hängt davon ab, wie schnell Unterlagen vorliegen und wie viele Versicherer angefragt werden. Wir sagen dir vorab, was wir brauchen, und melden uns, sobald Rückmeldungen da sind.

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Verfasst und geprüft von Dennis Lobeck, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO. Zuletzt geprüft: 14. September 2026.

Diese Seite beschreibt die übliche Praxis der Risikoprüfung und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Verbindlich ist allein die Rückmeldung des jeweiligen Versicherers. Rechtliche Bewertungen, etwa zu den Folgen unvollständiger Angaben, übernimmt eine Kanzlei.

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