Grunderwerbsteuer: ein Prozentpunkt an der Landesgrenze
Zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein liegt bei der Grunderwerbsteuer ein Prozentpunkt. Bei 450.000 Euro Kaufpreis sind das 4.500 Euro, die aus Eigenkapital kommen müssen. Banken finanzieren die Steuer in der Regel nicht mit.
Die Sätze in der Region
Der Satz richtet sich nach der Lage der Immobilie, nicht nach deinem Wohnort. Wer in Hamburg wohnt und in Elmshorn oder Pinneberg kauft, zahlt 6,5 Prozent. Bei einem Umzug über die Landesgrenze ist das ein Posten, der die Budgetrechnung merkbar verschiebt.
Wann sie fällig wird
Mit der notariellen Beurkundung entsteht die Steuer. Der Notar meldet den Vertrag dem Finanzamt, der Bescheid kommt typischerweise vier bis sechs Wochen später und ist innerhalb eines Monats zu zahlen. Erst nach Zahlung erteilt das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung, und erst mit dieser Bescheinigung wird der neue Eigentümer im Grundbuch eingetragen.
Die Steuer ist damit kein Nachgang zum Kauf, sondern ein Zwischenschritt auf dem Weg ins Grundbuch. Sie muss zu einem Zeitpunkt liquide sein, an dem oft parallel Umzug, Küche und erste Handwerkerrechnungen anstehen.
Was zulässig ist
Ein niedrigerer Kaufpreis bei höherem Inventaranteil senkt allerdings auch den Betrag, den die Bank als Objektwert ansetzt. Wer knapp kalkuliert, sollte beides zusammen betrachten.
Die Grunderwerbsteuer bestimmt mit, wie viel Eigenkapital du brauchst, und damit den Beleihungsauslauf. Ein niedrigerer Auslauf senkt den Sollzins häufig stärker, als die Steuerdifferenz zwischen zwei Bundesländern ausmacht.
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Alle Nebenkosten zusammen
Neben der Steuer fallen Notar und Grundbuch mit etwa 1,5 bis 2 Prozent sowie gegebenenfalls die Maklerprovision an. In Summe liegen die Kaufnebenkosten in Hamburg bei ungefähr 8 bis 11 Prozent, in Schleswig-Holstein etwa einen Prozentpunkt höher. Der Kaufnebenkosten-Rechner zeigt die Summe für dein Bundesland.
Quellen: Grunderwerbsteuergesetz und Landessätze Hamburg und Schleswig-Holstein, Stand August 2026. Dieser Ratgeber ist eine Einordnung nach bestem Wissen, keine Rechts- oder Steuerberatung.
