Städtetag fordert die Pflege-Vollversicherung
Der Deutsche Städtetag will, dass die Pflegeversicherung alle Pflegekosten trägt. Die Kommunen würden Milliarden sparen. Bis dahin zahlen Pflegebedürftige und ihre Familien weiter selbst.
Worum es geht
Der Städtetag hat sich für eine Vollversicherung in der Pflege ausgesprochen, berichtet das Versicherungsmagazin. Heute ist die gesetzliche Pflegeversicherung als Teilkostenversicherung angelegt: Sie zahlt feste Beträge je Pflegegrad, alles darüber tragen Betroffene selbst.
Was übrig bleibt, wenn Rente und Vermögen nicht reichen, übernimmt die Sozialhilfe – und die zahlen die Kommunen. Genau daraus speist sich das kommunale Interesse an der Reform.
Die Zahlen, um die es geht
In Hamburger Pflegeeinrichtungen liegt der monatliche Eigenanteil im ersten Jahr regelmäßig über 2.500 Euro, trotz der gestaffelten Leistungszuschläge. Bei einer Durchschnittsrente ist die Lücke offensichtlich.
Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz greift die Unterhaltspflicht der Kinder erst ab 100.000 Euro Jahresbruttoeinkommen je Kind. Wer darüber liegt, haftet weiterhin – und das ist für viele Facharbeiter- und Angestelltenhaushalte in Hamburg keine theoretische Grenze mehr.
Warum Abwarten die schlechteste Strategie ist
Zwischen 40 und 55 ist der übliche Zeitpunkt, das Thema anzugehen. Nicht die ganze Lücke muss versichert werden – Rücklagen, Immobilie und Familienstruktur zählen mit.
Wir rechnen mit echten regionalen Heimkosten, nicht mit Durchschnittswerten aus dem Prospekt, und sagen, wo Versichern sinnvoll aufhört.
Quelle: Versicherungsmagazin, 27. August 2026. Dieser Beitrag ist eine eigene Einordnung, keine Wiedergabe des Artikels.