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Zeitplan

Was wann zu erledigen ist

Die Reihenfolge entscheidet. Manche Dinge brauchen Monate Vorlauf, andere gehen in einer Woche, und einige lassen sich nach dem Wegzug nicht mehr nachholen. Dieser Plan geht von einem festen Umzugstermin aus.

Er behandelt die deutsche Seite: Versicherungen, Konten, Depot, Rente, Behörden und Verträge. Zielland-spezifische Schritte wie Visum oder Wohnungssuche laufen parallel und gehören nicht hierher.

Unterlagen und Zeitplanung auf dem Schreibtisch
12 bis 9 Monate

Grundsatzentscheidungen und Bestandsaufnahme

·Entscheidung dokumentieren: dauerhafter Wegzug oder befristeter Aufenthalt. Davon hängt fast jede weitere Entscheidung ab.
·Vertragsinventur: alle Versicherungen, Konten, Depots, Sparpläne, Kredite und Abos auf einer Liste, mit Vertragsnummer, Beitrag, Kündigungsfrist und Ablauf.
·Krankenversicherung klären: bei GKV die Mitgliedschaft, bei PKV die Optionen fortführen, ruhend stellen oder Anwartschaft.
·Berufsunfähigkeit und Risikoleben: Bedingungen zu Geltungsbereich und Mitwirkungspflichten lesen.
·Bei Immobilien, Beteiligungen oder größeren Depots: Termin beim Steuerberater. Wegzugsbesteuerung und Ansässigkeit brauchen Vorlauf.
·Rentenkonto klären: Versicherungsverlauf anfordern, Lücken prüfen, Nachweise sichern.

Wenn es liegen bleibt: Wer erst sechs Monate vorher anfängt, hat bei der Anwartschaft und beim Steuerberater keinen Spielraum mehr. Beim Steuerthema ist der Zeitpunkt des Wegzugs teilweise gestaltbar, aber nur im Voraus.

9 bis 6 Monate

Absicherung neu aufstellen

·Anwartschaft beantragen, falls sinnvoll. Der Antrag braucht Bearbeitungszeit und muss vor dem Ende des aktiven Vertrags gestellt sein.
·Internationale Krankenversicherung vergleichen und beantragen, mit Gesundheitsprüfung. Frühzeitig, weil Vorerkrankungen zu Rückfragen führen.
·Zweites Konto bei einem Institut eröffnen, das Auslandsadressen akzeptiert. Solange du noch in Deutschland gemeldet bist, ist die Eröffnung einfach.
·Depot prüfen: Fragt beim Broker nach, was bei Wohnsitzwechsel passiert. Antwort schriftlich einholen.
·Vollmachten aufsetzen: Konto, Behörden, Post, im Zweifel notariell. Eine Person in Deutschland sollte handlungsfähig sein.
·Bei Immobilienbesitz: Verwaltung, Vermietung oder Verkauf entscheiden. Wohngebäude- und Haftpflichtschutz auf die neue Nutzung anpassen.

Wenn es liegen bleibt: Kontoeröffnung und Depotübertrag mit Auslandsadresse sind deutlich aufwendiger, teilweise unmöglich. Wer wartet, verliert diese Möglichkeit genau dann, wenn er sie braucht.

6 bis 3 Monate

Kündigungen und Meldungen

·Kündigungsfristen abarbeiten: Wohnung, Strom, Gas, Internet, Fitnessstudio, Vereine, Abos. Drei Monate sind bei Mietverträgen der Standard.
·Versicherer über den Wegzug informieren, schriftlich. Bei BU, Risikoleben und Unfall ist das eine Anzeigepflicht, nicht eine Höflichkeit.
·Kfz: Verkauf, Abmeldung oder Mitnahme entscheiden. Versicherung und Zulassung entsprechend planen.
·Hausrat: Was kommt mit, was wird gelagert, was verkauft. Danach den Hausratschutz anpassen, denn eingelagerter Hausrat ist oft nicht versichert.
·Bei Kindern: Schulbescheinigungen, Zeugnisse, Impfpass, gegebenenfalls Übersetzungen und Apostillen.
·Haustiere: Impfungen, Chip, Gesundheitszeugnis, Einreisebestimmungen prüfen. Manche Fristen laufen über Monate.

Wenn es liegen bleibt: Verpasste Kündigungsfristen bedeuten oft ein weiteres Vertragsjahr, das aus dem Ausland bezahlt und verwaltet werden muss. Nicht gemeldete Umzüge können bei Versicherern zu Streit im Leistungsfall führen.

3 bis 1 Monat

Umsetzen und dokumentieren

·Nachsendeauftrag einrichten, mindestens für zwölf Monate, und eine deutsche Zustelladresse festlegen.
·Digitale Zugänge sichern: Zwei-Faktor-Authentifizierung von der deutschen Handynummer lösen, Backup-Codes ausdrucken.
·Beitragszahlungen auf das Konto umstellen, das bleibt. Daueraufträge und Lastschriften prüfen.
·Rentenversicherung und Krankenkasse über den Wegzug informieren, Nachweise ablegen.
·Unterlagen digitalisieren: Verträge, Policen, Rentenverlauf, Zeugnisse, Urkunden, Steuerbescheide. Zwei Kopien an getrennten Orten.
·Erste Deckung im Zielland schriftlich bestätigen lassen, mit Datum des Beginns.

Wenn es liegen bleibt: Ohne schriftliche Bestätigung des ersten Deckungstages entsteht die Lücke, die uns in der Praxis am häufigsten begegnet. Und ohne Backup-Codes stehst du im Ausland vor gesperrten Zugängen zu Bank und Versicherer.

Letzte Woche

Übergabe und Abmeldung

·Abmeldung beim Einwohnermeldeamt. Sie ist melderechtlich nötig und beendet nicht automatisch die Steuerpflicht.
·Wohnungsübergabe mit Protokoll, Zählerstände und Fotos. Unsere Vorlage: Übergabeprotokoll.
·Endabrechnungen anfordern, Kaution klären, letzte Rechnungen begleichen.
·Bankadresse ändern, aber erst nachdem alle Umstellungen laufen.
·Ausweisdokumente prüfen: Restlaufzeit, Kinderpässe, Führerschein.

Wenn es liegen bleibt: Eine fehlende Abmeldung kann zu Bußgeldern und zu Problemen bei Rundfunkbeitrag und Meldepflichten führen. Ein fehlendes Übergabeprotokoll kostet regelmäßig die Kaution.

Nach dem Umzug

Nacharbeiten in den ersten Wochen

·Adressänderungen an Versicherer, Rentenversicherung, Depotbank und Steuerberater.
·Erste lokale Absicherung prüfen: Deckt sie das, was du in Deutschland hattest? Haftpflicht ist in vielen Ländern nicht selbstverständlich.
·Deutsche Steuererklärung für das Wegzugsjahr im Blick behalten, Unterlagen sammeln.
·Bei Rentenbezug: Lebensbescheinigung im Kalender vormerken, sie wird jährlich verlangt.
·Dokumentation anlegen: Aufenthaltszeiten, Arbeitszeiten, Versicherungszeiten. Das braucht man bei einer Rückkehr oder im Rentenfall.

Wenn es liegen bleibt: Fehlende Nachweise über Auslandszeiten machen später bei Rente, Versicherbarkeit und Bonität Probleme. Wer erst bei der Rückkehr anfängt zu sammeln, kommt an manche Unterlagen nicht mehr.

Laufend

Alle ein bis zwei Jahre prüfen

·Verträge, die weiterlaufen: Beitrag, Geltungsbereich, Bezugsrechte, Adressdaten.
·Anwartschaft: läuft sie noch, ist sie noch sinnvoll?
·Rentenansprüche und freiwillige Beiträge.
·Änderungen im Wohnsitzland, im Familienstatus oder in der Beschäftigung melden.
·Bei geplanter Rückkehr: mindestens sechs Monate vorher Krankenversicherung und Konto klären.

Wenn es liegen bleibt: Verträge, die niemand mehr ansieht, passen nach Jahren nicht mehr zur Lebenssituation. Häufigster Fall: Bezugsrecht in der Risikolebensversicherung nach Familienveränderungen.

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Redaktion

Erstellt von Dennis Lobeck, Versicherungsmakler mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung und keine Aussage über deinen konkreten Vertrag.

Zuletzt geprüft

30. August 2026

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